Erster Bachelorabschluss der Uni-Konstanz

Ich habe am 22.7.2002 mein Studium "Information Engineering" mit dem Abschluss Bachelor of Science beendet. Da ich der erste Bachelor-Absolvent an der Uni Konstanz war, erschienen im Südkurier vom 2.8.2002 nachfolgende Artikel.
Der erste auf der Titelseite, der nächste mit Bild auf Titelseite des Regionalteils.
Ein Scan des ersten ist hier und des zweiten hier verfügbar.


Uni vergibt ersten Bachelor


Die Universität Konstanz hat erstmals einen Bachelor-Abschluss verliehen. Gabriel Schreiber erhielt den Titel nach einem sechssemestrigen Studium des Fachs Information Engineering, einer Kombination aus Informatik und Informationswissenschaft. Die Fachgruppe hatte den Abschluss vor drei Jahren eingeführt. In den nächsten Jahren will die Uni nahezu ihr gesamtes Angebot auf die neuen Abschlüsse Bachelor und Master umstellen und die bisherigen Diplom- und Magisterstudiengänge abschaffen. Der Bachelor wird nach sechs Semestern als berufsqualifizierender Abschluss vergeben. Der frühe Abschluss und ein praxisnäheres Studium sollen Studienzeiten verkürzen und Abbrecherzahlen verringern. (fvb)

Premiere für einen neuen Abschluss


Experte für Informationsverarbeitung ist erster Bachelor-Absolvent der Uni

Eigentlich wollte Gabriel Schreiber Wirtschaft studieren, doch als er in der Schlange zur Einschreibung saß, fiel im ein Prospekt über das neue Fach "Information Engineering" in die Hände. "Das ist mein Ding", dachte Schreiber und meldete sich an. Auf den neuartigen Abschluss "Bachelor of Science" hatte er damals nicht groß geachtet. Doch sechs Semester später ist der 28-Jährige nicht nur immer noch mit der Studienwahl zufrieden, sondern auch erster Bachelor-Absolvent der Universität Konstanz überhaupt. Damit hat ein Abschluss Premiere, der in den kommenden drei bis fünf Jahren in nahezu allen Studiengängen die alten Titel Diplom und Magister ersetzen soll.
Landespolitik und die Führung der Universität setzen einmütig auf den Bachelor als berufsqualifizierenden Abschluss nach bereits sechs Semestern. Auf den BA kann, bei entsprechend guter Note, ein wissenschaftliches Masterstudium folgen. Ein schneller Abschluss, kürzere Studienzeiten, straffere Lehrpläne, mehr Wissen für Berufe außerhalb der Universität: So soll der Bachelor Abbrecherquoten senken und Bummelstudien vermeiden.
Gabriel Schreiber allerdings hatte an das alles vor drei Jahren nicht gedacht. Ihn hatte vielmehr das Fach fasziniert. Information Engineering kombiniert Informationswissenschaft und Informatik. Das heißt, die technische Sicht des Computers wird ebenso beachtet wie die Perspektive der Anwender, etwa der Umgang mit Informationen in einer Organisation. Auch in andere Fachbereiche können die angehenden Spezialisten für Informationsverarbeitung schnuppern - von Wirtschaft über Jura bis Biologie.
Schreiber weiß, dass er sein Fach den meisten Menschen erklären muss. "Viele fragen, was ist denn das überhaupt?", berichtet er. So wie mit seinem Fach ergeht es ihm auch mit seinem Abschluss. Bachelor? Ein Begriff ist das inzwischen in der Hochschulszene und für Menschen, die viel im angelsächsischen Raum unterwegs sind. Andere können noch nichts mit dem Titel anfangen. Rektor Gerhart von Graevenitz treibt die Einführung der neuen Abschlüsse auch gegen Widerstände voran. Doch auch er hält eine Informationskampagne erforderlich, damit vor allem die Arbeitgeber den Bachelor akzeptieren. Denn das Bachelor-Konzept geht nur auf, wenn die Studenten mit dem neuen Abschluss wirklich in die Arbeitswelt starten.
Gabriel Schreiber allerdings hat sich bereits anders entschieden: Er will ein Master-Studium dranhängen. Dennoch ist er froh über den Bachelor. "Er ist ein eigenständiger Abschluss, ein Vordiplom würde dagegen noch nichts gelten." Doch den Master will er machen: "Nun bin gerade drin im Stoff."

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